Freitag, 24. Juli 2015

Das sehr schmerzhafte Wochenbett!

Sechs Wochen sind seit der Geburt nun schon um!
Hier will ich euch ein bisschen über Die Tage im Krankenhaus erzählen.


Ich mag eigentlich auch nicht drüber reden. Denn diese Tage waren einfach nur der pure Horror für mich! Als ich auf der Wochenstation angekommen bin, wartete der erste Besuch schon auf mich. Eigentlich fand ich das sehr toll, aber alles was ich wollte war SCHLAF & davon am besten Tage lang. Zweiunddreißig Stunden wach zu sein, eine riesen OP hinter sich zu haben, geheiratet zu haben und ein neugeborenes zu haben sind nicht ganz spurlos an mir vorbei gegangen. Zudem kam dann natürlich auch noch das Stillen dazu. Was eigentlich gut geklappt hat, nur wie gesagt ich kam nicht zur Ruhe. Meine Bettnachbarin bekam ständig Besuch, die Schwestern kamen ständig wegen irgendwas herein (Papierkram wegen der Geburt ect), die Verwaltung wegen der Geburtsurkunde für unseren Krümel und und und... Ich war nach so vielen Stunden so kaputt dass ich meine Laune leider an meinen Mann ausgelassen habe. Was mir bis heute verdammt leid tut und ich mich dafür heute noch eine scheppern könnte. Er war selbst so kaputt und versuchte mir wo er nur konnte mir zu helfen.


Als meine Eltern dann da waren Zicken wir uns beide nur noch gegenseitig an wegen banalen Sachen. Wie er den kleinen zufüttern solle, halten und umgehen solle. Dabei ist er gerade zum ersten mal Vater geworden, im Nachhinein weis ich dass ich mehr gefühlsvoller und mehr verständnisvoller sein hätte sollen. Je mehr auf mich herab viel umso verrückter wurde ich und irgendwann brach ich zusammen und weinte los. Meine Mama hat mich angesehen und wusste wie Kaputt ich gewesen war, wie nervenzerraufend alles gewesen ist, wie viel Druck auf mir herrscht mit allen. Ich war wirklich froh dass sie da war. Als sie gingen, hörten mein Mann und ich nicht auf uns zu zanken. So kam es dass er das Krankenhaus fluchtartig verlassen hatte. Ich nahm ihm das nicht übel. Aber seit dem Kaiserschnitt und den Minuten im OP Raum als ich alleine war blieben nicht spurlos an mir hängen. Ich wollte einfach nicht alleine sein. Aber dann dachte ich mir gut vielleicht brauchen wir das. Aber zwei Stunden später kam er dann wieder weil wir einfach nicht ohne einander können. Jedoch kam in den zwei Stunden der heftigste Schmerz auf mich zu. Die Schwester kam rein und meinte dass ich mich mobilisieren müsse. Sie bat mich also aufzustehen und auf die Toilette zu gehen  um mich frisch zu machen. Ich will es nicht aufschreiben weil allein der Gedanke schon wieder weh tut, aber das waren die heftigsten Schmerzen die ich überhaupt erlebt habe in meinen Leben. Und ich hatte es schon mit Gallen und Nieren Koliken zu tun!


Da lernt man erst richtig kennen was Bauchmuskeln sind. Jeden Einzelnen CM meines Bauches habe ich gespürt, als hätte ich 365 Tage lang 24 Stunden am Tag Bauchmuskel Training gemacht. Es tat höllisch weh. Man kann nicht aufrichtig laufen, jeder Schritt tut weh und du fühlst dich einfach nur komplett KO. Dein Kreislauf sackt zusammen, du denkst dein Herz bleibt gleich stehen und hoffst einfach nur bald wieder in deinem Bett liegen zu dürfen. Nachdem ich endlich zur Ruhe gekommen bin und die Nachtschwester meinen Mann nachhause geschickt hat wollte ich meinen kleinen Spatz überhaupt nicht abgeben für die Nacht aber ich wusste dass ich am Ende meiner Kräfte sei und mir die paar Stunden Schlaf gut tun würden.


Die Tage vergingen relativ langsam im Krankenhaus. Am Zweiten Tag bekam ich meinen Katheder gezogen und am dritten Tag mein Pflaster. Beides habe ich mir viel schmerzhafter vorgestellt aber das war Pille Palle wenn man im Nachhinein drüber nachdenkt was danach kam. Die Schmerzen wurden ab dem vierten Tag auch erträglicher. Am Zweiten Tag dürfte ich mich auch schon duschen und das half einen sehr seine Kräfte wieder zu bekommen. Jedoch bekam ich ab dem zweiten Tag höllische Kopf & Nackenschmerzen, die Schwestern meinten das käme vom Stillen aber dafür war der Schmerz einfach zu heftig. Am vierten Tag dürfte ich nachhause gehen. Weil die Station aus allen Nähten platzte. Ich bekam eine letzte Untersuchung mit Ultraschall mir wurde gesagt was ich im Wochenbett machen und nicht machen dürfte und zuletzt bekam unser kleiner mann ein Photoshooting und seine U2 :)



Als ich auf mein Entlassungsbrief wartete bekam ich Herzrasen und Blutdruckprobleme. Das war der Vorbote der mich dezent drauf hingewiesen hat was mir zu hause blüht. Zuhause bekam ich es dann am fünften Tag heftig zu spüren wie sehr mein Körper unter der OP gelitten hat. Ich hatte werte die waren überhaupt nicht okay. Nachdem meine Hebamme bei mir war meinte sie auch also wenn es mir nicht gut ginge solle ich ins Krankenhaus fahren. Meine Werte waren bei 220/110. Ich bekam es mit der Panik zu tun und wir fuhren los. Meine Mama passte auf meine zwei Krümel auf. Das war das erste mal dass ich von meinen Neugeborenen getrennt war. Und das hat mir dann endgültig den Boden unter den Füßen weggerissen. Klar ich wusste dass mein Mann alles hinbekommt, und ich vertraute ihn aber trotzdem. Ich hab also im Krankenhaus Blutdruck Tabletten bekommen und Schmerzmittel gegen den Nackenschmerz und dann musste ich natürlich noch abpumpen.

All diese Tage haben mir wirklich Angst gemacht, Angst um meinen Körper. Ich hatte teilweise wirklich gedacht jetzt ist es rum. Deine Stunde hat geschlagen. Mein Körper hat komplett gestreikt. Und seit dem ist nichts mehr wie es war mit dem Alltag. Jeden morgen an den ich aufstehe ist der erste Gedanke "Kaiserschnitt, Schmerz, Blutdruck, Gesundheit, Werd ich heute wieder Schmerzen haben?" ich komme damit noch nicht ganz zurecht. Aber wie meine Hebamme schon gesagt 'gib dir noch ein bisschen Zeit'. Sowas braucht einfach seine Zeit.


Ansonsten ist die Narbe gut verheilt, spüre fast wieder jeden CM. Wochenfluss ist auch vorbei. Und jetzt warte ich eigentlich nur noch dass sich meine Hormone einkriegen ;) Meinen kleinen Mann geht es prächtig! Außer dass er zu schnell wächst und ich es immer noch nicht glauben kann dass ich jetzt Mama von zwei Jungs bin!

Wen ich aber am meisten dankbar bin ich für mein Mann! Nicht nur körperlich sondern erst recht seelisch. Ohne ihn hätte ich die letzten Wochen nicht geschafft. Es hat im Krankenhaus angefangen vom Kreissaal bis zum OP. Vom Füttern und Wechseln unseren kleinen. Mir beim einfachen Toilettengang oder Duschen helfen in den Tagen an den ich mich überhaupt nicht bewegen konnte. Vom mich versuchen zu beruhigen bis zu einfach da sein. Einfach mir zureden und mir immer gesagt zu haben 'es wird bald besser' und dieses vertrauliche und liebevolle 'ich bin für dich da'! Ohne ihn hätte ich das seelisch alles nicht verkraftet und würde heute mit einem Baby Blues oder wahrscheinlich einer tiefgründigen Wochenbett Depression durch die Weltgeschichte stolzieren. Ich weis warum ich diesen tollen Menschen geheiratet habe! Danke mein Engel!

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